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Spindeltreppe was ist das?

Was genau ist eine Spindeltreppe?

Das Foto zeigt eine Spindeltreppe mit Holz

Das Foto zeigt eine Spindeltreppe mit Holz

Eine Spindeltreppe ist meist die Verbindung zwischen zwei Stockwerken einer Wohnung oder eines Hauses. Die Treppe wird im Zentrum von einer Säule getragen, welche man als Spindel bezeichnet. Die Stufen winden sich wie eine Helix um diese Spindel. Die Spindel muss nicht durchgehend sein, eine zylindrische Teilung ist auch möglich. Die Bezeichnung spiralförmig ist falsch, da sich bei der Treppe der Radius nicht verändert. Bei einigen Spindeltreppen ist dies zwar so, aber das sind Sonderformen.

Spindeltreppen müssen auch nicht gezwungenermaßen kreisrund sein, auch eine quadratische Grundform ist möglich. Im Gegensatz zur Wendeltreppe stehen Spindeltreppen in modernen Räumen fast immer zentral im Raum.

In das runde oder quadratische Deckenloch dürfen keine Betonteile ragen. Bestanden Spindeltreppen früher aus Naturstein, Holz, Eisen und Betonwerkstein, wird heute zu tage die Spindeltreppen aus Stahl und Holz vorwiegend benutzt. Spindeltreppen wurden früher häufig beim Bau von Burgen, Kirchen, Minaretten, Türmen, Schlössern und Triumphsäulen eingesetzt.

Spindeltreppen an Burgen erkennt man vor allem daran, dass der Treppenverlauf von unten aus gesehen rechts herum verläuft. So wurden die meist rechtshändigen Angreifer daran gehindert, mit dem Schwert auszuholen. Der Verteidiger hingegen konnte ohne Probleme zum Schwerthieb ansetzen. Eine Sonderform dieser Spindeltreppe ist der Wendelstein. Hier war die Wendeltreppe vor dem Gebäude.

Noch heute gibt es zahlreiche Orte, Burgen und Berge mit dem Namen Wendelstein. Am Max-Planck-Institut wurden sogar einige Versuchsreihen von Fusionsexperimenten so benannt. Eine besondere Spindeltreppe ist die Münchner Treppe. Das offene Treppenauge ist nicht zylinderförmig, sondern ein Kegelstumpf, welcher auf der Spitze steht.

Spindeltreppen werden damals wie heute unter anderem wegen der Platzersparnis gebaut. Dieser Vorteil ist heute jedoch eher nebensächlich. Aufgrund verschiedener Bauordnungen ist die Anzahl der Stufen heute aus Sicherheitsgründen beschränkt.

Der Treppenverlauf muss durch Treppenpodeste unterbrochen werden. Durch das steigende Sicherheits- und Komfortbedürfnis der Menschen und die Rationalisierung bei den Grundrissen wird die Spindeltreppe immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Einen fixen Platz haben Spindeltreppen noch immer an der Außenseite von Gebäuden, wo sie als Fluchttreppe genutzt werden.

Unterart Wendeltreppen

Im Gegensatz zur Spindeltreppe ist im Zentrum eine Wendeltreppe keine Säule. Die Stufen winden sich zwar auch wie eine Helix nach oben, allerdings der Wand entlang. Das Zentrum bezeichnet man als Hohl- oder Lichtspindel und ist das Treppenauge. Der Name Wendel bedeutet schraubenförmige Struktur.

Wendeltreppen wurden und werden hauptsächlich beim Turmbau eingesetzt. Die zylindrische Form des Turms bietet sich für diese Treppenform geradezu an. Die erste bekannte Wendeltreppe wurde 480 v. Chr. auf Sizilien errichtet. Heute dienen Wendeltreppen meist dort eingesetzt, wo viel Raum vorhanden ist, ein Blick in das Foyer erwünscht wird oder die Treppe repräsentative Funktionen erfüllen soll.

Unterarten und Sonderformen Wendeltreppe

Eine Unterart der Wendeltreppe ist die Doppelläufige Wendeltreppe. Die zweiarmige Wendeltreppe verläuft ähnlich einer Doppelhelix – übereinander laufende Treppenläufe. Ab- und Auftritte sind um 180° Grad versetzt. Angeblich wurde diese Treppenform von Leonardo da Vinci erfunden. Bekannte Doppelläufige Wendeltreppen befinden sich im Schloss Chambord an der Loire und am Killesbergturm in Stuttgart.

Eine weitere Sonderform ist die Gegenläufige Wendeltreppe im alten Wasserturm in Augsburg. Bei der „Versöhnungsstiege“ in der Grazer Burg in Österreich handelt es sich um eine Doppelwendeltreppe. Die getrennten Treppenläufe führen am Ende wieder zusammen.

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